„Sie sagten ja, dass Sie keine Auszubildenden-Trainings mehr machen wollen…“, meinte der Geschäftspartner vor einiger Zeit am Telefon.

„Nein. Ich schrieb, dass ich für dieses Preissegment künftig nicht mehr zur Verfügung stehen werde.“, antwortete ich.

Was wir wahrnehmen, kann von dem was kommuniziert wird, stark abweichen. Wäre dies Alles ausschließlich mündlich abgelaufen, könnte man vermuten, ich hätte mich unklar ausgedrückt. Die schriftliche Kommunikation hingegen beweist das Gegenteil. Ich selbst würde NIE sagen, dass ich mit Auszubildenden oder jungen Menschen allgemein nicht mehr zusammenarbeiten wolle. Ich sehe es sogar als wichtige und hoch erfreuliche Aufgabe an.

Berufserfahrung und berufsbegleitende (akademische) Fort- und Weiterbildung gepaart mit Engagement und Kreativität

Meine Karriere begann Mitte der 1980er Jahre mit einer betrieblichen Ausbildung, der sich über Jahre – eher Jahrzehnte – ständige nebenberufliche Fort- und Weiterbildung anschloss. Seit 1994 kann ich auf meine erfolgreich bestandene Ausbilder-Eignungsprüfung/IHK verweisen und kurze Zeit später wurde ich in einem mittelständischen Traditionsunternehmen als hauptamtliche Ausbilderin für kaufmännische Auszubildende eingesetzt. Ich weiß genau, warum ich für meine Weiterbildung neben einem betriebswirtschaftlichen Abendstudium u. a. ein berufsbegleitendes Hochschulstudium mit Schwerpunkt Personalentwicklung gewählt und abgeschlossen habe. Meine eigenen Kinder sind jetzt in einem Alter, in dem sie ins Berufsleben eintreten. Eine betriebliche Ausbildung steht bei ihnen – und nach wie vor bei mir – hoch im Kurs. Es waren in der Vergangenheit oft Auszubildende, Studierende, Berufsanfänger, denen ich als Trainerin, Dozentin oder Coach zu Seite stand. Warum sollte ich also etwas dagegen haben, mit jungen Menschen zu arbeiten?

Expertise und Wertschätzung haben ihren Preis – und Wert

Der Unterschied zu früher ist heute lediglich, dass ich erwarte, dass meine Dienstleistung angemessen honoriert wird. Zu meiner Zeit als betriebliche Ausbilderin arbeitete ich einige Zeit mit einem allseits hoch geschätzten, externen Berater zusammen, dessen Honorarsatz pro Tag mein damals nicht schlechtes Bruttomonatsgehalt deutlich überschritt. Gleiches erwarte ich für meine Arbeit mit jungen Menschen definitiv nicht. Doch rund 30jährige Berufserfahrung als Fachkraft, Ausbilderin, Führungskraft mit etlichen Weiterqualifizierungen, Lebenserfahrung, Hirn, Herz, Humor und Engagement haben ihren Preis – vor allem jedoch: ihren Wert!

Ich bin weiterhin hungrig auf reizvolle Aufgaben und ein angenehmes Leben mit gefülltem Kühlschrank

Ich bin buchbar. Und dankbar für angemessene Wertschätzung – in Wort und auf dem Bankkonto. Denn mit einem guten (finanziellen) Polster schläft und arbeitet es sich viel besser. Da sprudeln meine Kreativität und Energie gleich doppelt.

Die Zukunft von Unternehmen und Menschen

„Wir sind die Zukunft des Unternehmens!“, sagte ein 15jähriger Werkstatt-Auszubildender eines großen Autohauses im Training, für das ich beauftragt wurde. Für diesen Satz wurde er von den anderen Teilnehmern mitsamt seiner betrieblichen Ausbilderin lauthals ausgelacht. Ich lachte nicht, sondern pflichtete ihm bei. Aus tiefstem Herzen und mit klaren Worten. Wertschätzung fängt wie Fachkompetenz im Kleinen an und bewirkt Großartiges.