Täglich lesen wir in virtuellen Medien, Zeitungen oder Büchern Texte, zu denen wir blitzschnell eine Meinung haben. Wir werden sowohl inhaltlich angesprochen – oder auch nicht – als auch hinsichtlich des Schreibstils. Ich gebe offen zu, dass auch ich zu denen gehöre, die zuweilen dachten, „Ach, so schwierig ist Schreiben doch gar nicht. Kann ich auch.“. Nun, zwischen Theorie und Praxis klaffen zuweilen Welten, wie überall. Ob Buch(-beitrag), Zeitungsartikel, Blog.

 

Autorenworkshop, Bücher schreiben – Muss man das machen?

2017 nahm ich in Berlin an einem Autorenworkshop mit der langjährigen Programmchefin eines renommierten Fachbuchverlags teil. Seinerzeit  geschah dies aus allgemeinem Interesse und ich sah es für mich als „ferne Zukunftsmusik“ an. Ich habe von ihr und den Seminarteilnehmern viel über das Buchschreiben und die Verlagsbranche lernen dürfen, und spannende Persönlichkeiten und deren  Geschichten kennengelernt. Dennoch, oder vielleicht  deshalb, beließ ich es weiter bei der vagen Idee, vielleicht später auch einmal etwas zu veröffentlichen. Über einen meiner Mentoren, dem hochgeschätzten französischen Business-Philosophen und „Paradiesvogel“ Stéphane Etrillard, mit dem ich seit  einiger Zeit zusammenarbeite, bekam ich 2018 schließlich die Möglichkeit, einen ersten  Buchbeitrag zu verfassen. In dem von ihm in 2019 im Goldegg-Verlag herausgegebenen Sammelband „Verantwortung  tragen – Impulse für Führungs- und Zukunftsbewusstsein“ beleuchten 26 Autoren unterschiedlichste Perspektiven zum Themenkomplex Verantwortung. In mehrseitigen Artikeln, die bestens dazu geeignet sind, sie losgelöst von den anderen zu lesen und zu reflektieren, schreiben erfahrene Autoren und „Greenhorns“ wie ich. Es geht u. a. um Themen der modernen Arbeitswelt, Lebenssinn, Umgang mit technologischem Fortschritt, gesellschaftliche Entwicklungen und Möglichkeiten des Umgangs, individuelle Herausforderungen oder Kunst. Es handelt sich dabei um Ärzte, Therapeuten, Berater, Coaches,  Künstler, Unternehmer, Anwälte u. a.; es geht in die Tiefe oder wird scheinbar nebenbei aus dem Nähkästchen geplaudert. Entstanden ist ein Fach- und Lesebuch mit Einblicken, Reflexionsfragen, Anregungen, konkreten, sofort umsetzbaren Tipps…

 

Auf einmal: Co-Autorin – Ein Buchbeitrag im Sammelband

 

Vom Glück, im Leben einmal durchgeschüttelt worden zu sein lautet der Titel meines Beitrags. Im weitesten Sinn handelt es sich um die bereits häufig bemühte Thematik der Resilienz. In Vorbereitung des eigentlichen Schreibprozesses habe ich sorgfältig zu unterschiedlichen Aspekten recherchiert sowie Bücher und Artikel gelesen, habe innerlich skizziert, was ich unbedingt mit aufnehmen möchte. Es sind Themen mit eingeflossen, die mir aus verschiedenen Gründen am Herzen liegen. Z. B. die Tatsache, dass bestimmte Entwicklungen unserer Zeit i. d. R. als Megatrends global und über lange Zeiträume beobachtbar sind und nicht plötzlich, quasi von heute auf morgen, entstehen, auch wenn soziale Medien uns dies zuweilen suggerieren, oder wie sich Wahrnehmung und Wertesystem in Angesicht von Schicksalsschlägen verändern können. Ich habe Interviews geführt  und gedanklich meine Erfahrungen aus der Arbeit  mit Coachees unterschiedlicher Nationalität und Lebenswirklichkeit mit einfließen lassen. Dann ging es ans Schreiben. Doch: Wie anfangen? Erste Anläufe: Zu gestelzt. Zu lässig. Zu ausführlich. Zu oberflächlich. Zu viel. „Ich kann das nicht. Ich lasse das.“. Persönliche Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt, haben mir zudem Zeit und Energie geraubt. Ich habe weitergeschrieben und –gefeilt. Herausgekommen ist etwas, mit dem ich trotz allem recht zufrieden war. Der Beitrag war zu lang. Es wunderte mich nicht. Also kürzen. Doch wo? Was? Die Deadline nahte. Komplett neu schreiben wird nicht mehr funktionieren, ahnte ich. Was tun? Wenn Sie mal in die Gelegenheit kommen sollten, etwas in einem renommierten Verlag veröffentlichen zu wollen, kann ich Ihnen den Goldegg-Verlag, Wien/Berlin ans Herz legen. An unserer Seite war eine versierte Lektorin, die zumindest mich ermutigte und für den zu lang geratenen Text eine passende Lösung fand. Vieles von dem, was ich sorgfältig erarbeitet hatte, steht nun gar nicht in diesem Buch, doch ist es in meinem Kopf und in den Dateien meiner Schreibwerkzeuge. Ich kann jederzeit darauf zugreifen und werde dies nach und nach tun, und Sie daran teilhaben lassen.

 

Walther: Storytelling – oder gibt  es ihn wirklich?

 

In meinem Beitrag berichte ich u. a. von Walther, der nicht wirklich Walther heißt, den ich aber ebenso schätze, wie den Walther, der als Namensgeber diente. Das, was über Walther zu lesen ist, beruht  auf den schriftlichen Notizen, die ich während unseres Interviews fortwährend mitschrieb. In diesem Zusammenhang wurde mir erneut bewusst, dass die Stenografiekurse meiner frühen Berufsjahre auch heute noch nützlich sein können. Nach Erscheinen des Buches im Januar 2019 nahm ich mir meine Notizen noch einmal vor, und fragte mich kritisch, ob ich diese Geschichte über ihn heute anders schreiben würde. Selbstverständlich hätte ich meine Gedanken dazu anders formulieren können – und würde es heute zweifellos auch tun, und doch finden sich seine eigenen Ausführungen in meinem veröffentlichten Text  wieder. Der Fokus und die Quintessenz waren und sind die gleichen; aktuelle Geschehnisse oder solche, die konkrete Rückschlüsse auf seine Person geben könnten, sind weitgehend unterblieben, um ihn zu schützen. „Gibt es Walther wirklich oder ist er Fiktion?“,  wurde ich gefragt. Ja, es gibt ihn wirklich! Ich empfehle ihn aus Überzeugung und von Herzen gern. Und gleichzeitig wird von mir niemand erfahren, um wen es sich bei diesem wunderbaren, in eigenen Angelegenheiten zurückhaltenden Menschen handelt. Wenn Sie aufgrund eines konkreten Anliegens oder Jobangebots daran interessiert sind, Kontakt  zu ihm aufnehmen zu wollen, zögern Sie auf keinen Fall, mir zu schreiben. Seriöse Anfragen mit Kontaktdaten und Grund der Kontaktaufnahme werden von mir direkt an ihn weitergeleitet. Es liegt dann in seinem Ermessen, ob er sich zu erkennen geben möchte oder nicht.

 

<Fortsetzung folgt>

… – z. B. mit Gedanken, die mir beim Lesen der anderen Buchbeiträge und im Umgang mit den Autoren in den Sinn kamen.