Ich habe noch immer das Bild vor meinem geistigen Auge, als die junge Frau laut verkündete, sie würde, sobald sie ihre sichere Stelle als Bankangestellte an den Nagel gehängt habe, ausschließlich Business Coaching anbieten. „Aber nur für Führungskräfte der oberen Ebenen. Nur da ist Geld zu verdienen!“. Ich war irritiert und bin es ganz offensichtlich noch immer, ist mir dies doch einen Blogartikel wert. Äußerlich gelassen bleibend, ohne die Miene zu verziehen, überlegte ich, ob ich mich jetzt verhört hätte. Ich fragte mich, ob diese zarte Blondine mit  leiser Stimme und regelmäßig sichtbar werdenden, großflächigen, roten Flecken an Hals und in Gesicht als Stressreaktion bei geringsten Anlässen, tatsächlich die erhoffte Akzeptanz in den Geschäftsführer- und Vorstandetagen von Banken und Versicherungsunternehmen haben würde. Vielleicht hat sie in den wenigen Jahren nach Abitur, Bankkauffrau-Lehre und ihrem nahenden 30. Geburtstag tatsächlich eine derartige finanzspezifische Fachkompetenz aufbauen können, dass die männlichen Topmanager und Inhaber sich nach Geschäftsterminen mit ihr reißen mögen. Um es vorweg zu nehmen: Ich weiß nicht, ob es ihr gelungen ist, sich ein lukratives Coaching-Business mit der präferierten Zielgruppe aufzubauen. Ich habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr. 

Reaktion und Akzeptanz sind mit Unwägbarkeiten behaftet – in jeglicher Hinsicht, durchaus

Ich stellte mir vor, wie die vielen männlichen Fach- und Führungskräfte diverser Branchen und Unternehmenskonstellationen, mit denen ich als Angestellte und Selbstständige in rund 30 Berufsjahren zu tun hatte, auf sie reagiert hätten. Dass es sich bei ihr wunschgemäß um männliche Führungskräfte als potenzielle Kundschaft handeln solle, hatte sie auch klar begründet: Männer bezögen einfach die besseren Gehälter und könnten sich daher teure Coachings bei ihr leisten. Und Frauen seien ja auch immer so zickig. Okay, das sind Argumente, die sich nicht völlig von der Hand weisen lassen. Ob dies aber ausreicht, um „die harten Macher an den Hebeln der Macht“ der (südostniedersächsischen) Geschäfts- und Finanzwelt zu überzeugen? Ich weiß es nicht. Allerdings kenne ich mich in dieser Branche auch nicht ausreichend aus, um mitreden zu können. 

Bleibe ich also bei den Branchen, in denen ich teils langjährige und tiefgehende Erfahrungen sammeln durfte oder mir durch Coaching und Personalberatung punktuelle Einblicke gewährt wurden. 

Wie hätte das Firmenoberhaupt eines international agierenden Traditionsunternehmens, der über Jahrzehnte als streitbarer Visionär und schillernde Persönlichkeit für Medienrummel sorgte, auf die zarte Person mit ebenso zartem Stimmchen zu reagieren gemocht haben? Der, der eine Unternehmensgruppe in wirtschaftlich schwieriger Situation zu einem erfolgreichen Vorzeigeunternehmen aufgebaut hatte? Der, der keinem Skandal und Skandälchen aus dem Wege gegangen war, eher sich innerlich amüsierend ebensolche angezettelt hatte? Hätte er sich in finanziellen Angelegenheiten von ihr beraten lassen? Ich halte es nicht für sehr wahrscheinlich. Reine Bankberatung lag ja ohnehin nicht mehr in ihrem angedachten Portfolio. Hätte er sich zu Führungsthemen von ihr coachen lassen? Der, der mit schnarrender Stimme und imposanter Lautstärke Vorstände und Prokuristen am Telefon über Zeiträume von mehr als 30 Minuten auf’s Schärfste maßregeln und im nächsten Augenblick den zuvor begonnenen Satz eines persönlichen Gesprächs punktgenau und tiefenentspannt fortzusetzen in der Lage war? 

Wäre sie die Idealbesetzung im Coaching gewesen, als der neue branchenfremde Geschäftsführer feststellen musste, dass die erträumte Position im Grunde eine Sandwichposition zwischen Gründerfamilie und ausländischem Investor war? Hätte sie den langjährig auf anderem Kontinent lebenden Klienten bei interkulturellen Spannungen unterstützen können? 

Hätte sie den Führungskräften in der Baumaschinenbranche, im Handwerk oder in der produzierenden Industrie mit gut gemeinten Erklärungen zu „Wertekonflikten, intra- und interpersonalen Konflikten“ erreicht? Wie hätte sie strukturelle Konflikte oder anstehende Changemanagement-Prozesse angesprochen? Unabhängig des jeweiligen Bildungsgrads und jeglicher Hierarchieebene habe ich mehr oder weniger wohlwollende Sätze wie ‚“Mädchen, was willste mir damit sagen? Nun sprich mal Klartext mit mir.“, „in meinem geistigen Ohr“. 

Nicht nur sie, sondern auch langjährig erfahrene, „gestandene“ Coaches und Beraterinnen der Altersklasse +/- 60 haben mich schon irritiert mit  Sätzen wie: „Wenn ich wüsste, dass er oder sie neben der bestehenden Partnerschaft ein Verhältnis mit jemand anderes hätte, ich würde ihm/ihr unmissverständlich meine Meinung  sagen, und die Zusammenarbeit sofort beenden!“. 

Hm… Ich bin absolut dafür, als Selbstständige im Einklang mit  meinen eigenen Werten zu leben und dadurch bedingt auch lukrative Aufträge abzulehnen. Doch ist es fair oder realistisch im Coaching-Prozess jemanden aufgrund eigener Moralvorstellungen zu maßregeln, und sobald er/sie sich vertrauensvoll öffnet und Persönliches, vielleicht sogar seine verletzlichsten Seiten offenbart, „vor die Tür zu setzen“? Kann man von vorn herein klare Grenzen setzen? Eine Führungskraft mit großer Verantwortung, langen Arbeitstagen und ggf. zerrüttetem Privatleben wird u. U. zutiefst  Privates oder Intimes preisgeben. Sage ich ihm/ihr dann: „Hören Sie zu, für mich sind Sie ein Ferkel (oder Schlimmeres)! Sie betrügen Ihre Frau/gehen mit der Vertriebsmannschaft und Geschäftskunden in den Puff/verhalten sich Ihren Mitarbeiter m/w/d gegenüber sexistisch! Geben Sie mir Ihr Geld und gehen Sie!“. Hm… 

Ich bin keine Therapeutin. Ich weiß um meine Grenzen. Ich habe einige Situationen als Coach erlebt, in denen ich die gemeinsame Arbeit – vorläufig – beendet habe, weil ich mit jeder weiteren Coachingeinheit meine Kompetenzen auf verantwortungslose Art überschritten hätte. Ich habe dies jedoch behutsam getan und dafür gesorgt, dass die jeweils notwendige therapeutische Begleitung sichergestellt war. Ich bin nicht nur deshalb dankbar, ein umfassendes Netzwerk zu haben, dass sowohl juristische, betriebs- und volkswirtschaftliche sowie therapeutische Bereiche abdeckt. 

Menschliche Schwächen oder ausgewachsene Störungen machen nicht vor Hierarchieebenen Halt. Eheprobleme, Süchte, Ängste, Trauer, Krankheiten, sexuelle Präferenzen und individuelle Lebensformen etc. können jederzeit auch in noch so klar umrissenen berufsbezogenen Settings auftauchen. Damit professionell umgehen zu können, macht m. E. den Unterschied bei der Wahl des Coachs aus. 

Ich habe Jahrzehnte lang in einer festen Beziehung gelebt, habe die Besonderheiten in Trennungssituationen erfahren, kenne Schicksalsschläge durch schwere Krankheiten am eigenen Leibe erlebt oder im engsten Umfeld, Todesfälle, Brände etc. Ich habe über mehrere Jahre eine virtuelle  Schlaganfall-Selbsthilfe-Gruppe für Betroffene und Angehörige mit  mehreren Tausend Mitgliedern co-moderiert, habe wöchentliche Telefonkonferenzen für diesen Personenkreis geleitet. Ich weiß, was es bedeutet, wenn sich das Leben radikal verändert, was Angst vor Intimität und Sex nach einem gesundheitlichen Einschlag und medizinischem Eingriff (z. B. nach Herzinfarkt, Brustoperation, Hodenkrebs) macht. Ich habe den Gesichtsausdruck meines früheren Chefs vor Augen, der mir – doppelt so alt wie ich damals – weinend mitteilte, dass seine geliebte Ehefrau ihn mitsamt der gemeinsamen Kinder wegen einer Affäre mit einem Skilehrer verlassen hat. Ich interessiere mich nicht per se für das Liebes- und Sexualleben meiner Mitmenschen, von meinem Chef wollte ich in dem Alter schon mal gar keine diesbezüglichen Einblicke. Nachdem ich vor einigen Jahren – wiedermal – irritiert zur Kenntnis nehmen musste, dass unabhängig voneinander in kurzer Zeit mehrere äußerlich gelassen wirkende, seriöse Führungskräfte/Geschäftsmänner mir – durchaus höflich – Einladungen für gemeinsamem Besuch in Premium-Swingerclubs zukommen ließen, Männer verzweifeln, weil sie aufgrund ihrer Position im Vertrieb anerkannter Unternehmen zu Nachtclubbesuchen mit Geschäftskunden genötigt werden, Auszubildende in mittelständischen Betrieben harte Drogen konsumieren, Businessfrauen mitteilten, auf welche Art sie sich Call Boys orderten, und andere von ihren leidvollen Begegnungen mit Love Scammern berichteten, schockt mich heute nichts mehr so schnell. 

Ich mache Business-Coaching. Das stimmt. Ich bin keine Zahlen affine Unternehmensberaterin, die Lösungen für jegliche strategischen oder operativen Themengebiete aus der Schublade zieht. Ich bin keine Therapeutin. In erster Linie bin ich Mensch. Mit Stärken und Schwächen. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb sich Menschen mir anvertrauen mögen. Zu jeglichen Themen des (Arbeits-)Lebens. 

Ich bin buchbar. 

 

„Ich habe noch immer das Bild vor meinem geistigen Auge, als die junge Frau laut verkündete, sie würde, sobald sie ihre sichere Stelle als Bankangestellte an den Nagel gehängt habe, ausschließlich Business Coaching anbieten. „Aber nur für Führungskräfte der oberen Ebenen. Nur da ist Geld zu verdienen!“. Ich war irritiert und bin es ganz offensichtlich noch immer, ist mir dies doch einen Blogartikel wert. Äußerlich gelassen bleibend, ohne die Miene zu verziehen, überlegte ich, ob ich mich jetzt verhört hätte. Ich fragte mich, ob diese zarte Blondine mit  leiser Stimme und regelmäßig sichtbar werdenden, großflächigen, roten Flecken an Hals und in Gesicht als Stressreaktion bei geringsten Anlässen, tatsächlich die erhoffte Akzeptanz in den Geschäftsführer- und Vorstandetagen von Banken und Versicherungsunternehmen haben würde. Vielleicht hat sie in den wenigen Jahren nach Abitur, Bankkauffrau-Lehre und ihrem nahenden 30. Geburtstag tatsächlich eine derartige finanzspezifische Fachkompetenz aufbauen können, dass die männlichen Banker sich nach Geschäftsterminen mit ihr reißen mögen. Um es vorweg zu nehmen: Ich weiß nicht, ob es ihr gelungen ist, sich ein lukratives Coaching-Business mit der präferierten Zielgruppe aufzubauen. Ich habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr. 

Reaktion und Akzeptanz sind mit Unwägbarkeiten behaftet – in jeglicher Hinsicht, durchaus

Ich stellte mir vor, wie die vielen männlichen Fach- und Führungskräfte diverser Branchen und Unternehmenskonstellationen, mit denen ich als Angestellte und Selbstständige in rund 30 Berufsjahren zu tun hatte, auf sie reagiert hätten. Dass es sich bei ihr wunschgemäß um männliche Führungskräfte als potenzielle Kundschaft handeln solle, hatte sie auch klar begründet: Männer bezögen einfach die besseren Gehälter und könnten sich daher teure Coachings bei ihr leisten. Und Frauen seien ja auch immer so zickig. Okay, das sind Argumente, die sich nicht völlig von der Hand weisen lassen. Ob dies aber ausreicht, um „die harten Macher an den Hebeln der Macht“ der (südostniedersächsischen) Geschäfts- und Finanzwelt zu überzeugen? Ich weiß es nicht. Allerdings kenne ich mich in dieser Branche auch nicht ausreichend aus, um mitreden zu können. 

Bleibe ich also bei den Branchen, in denen ich teils langjährige und tiefgehende Erfahrungen sammeln durfte oder mir durch Coaching und Personalberatung punktuelle Einblicke gewährt wurden. 

Wie hätte das Firmenoberhaupt eines international agierenden Traditionsunternehmens, der über Jahrzehnte als streitbarer Visionär und schillernde Persönlichkeit für Medienrummel sorgte, auf die zarte Person mit ebenso zartem Stimmchen zu reagieren gemocht haben? Der, der eine Unternehmensgruppe in wirtschaftlich schwieriger Situation zu einem erfolgreichen Vorzeigeunternehmen aufgebaut hatte? Der, der keinem Skandal und Skandälchen aus dem Wege gegangen war, eher sich innerlich amüsierend ebensolche angezettelt hatte? Hätte er sich in finanziellen Angelegenheiten von ihr beraten lassen? Ich halte es nicht für sehr wahrscheinlich. Reine Bankberatung lag ja ohnehin nicht mehr in ihrem angedachten Portfolio. Hätte er sich zu Führungsthemen von ihr coachen lassen? Der, der mit schnarrender Stimme und imposanter Lautstärke Vorstände und Prokuristen am Telefon über Zeiträume von mehr als 30 Minuten auf’s Schärfste maßregeln und im nächsten Augenblick den zuvor begonnenen Satz eines persönlichen Gesprächs punktgenau und tiefenentspannt fortzusetzen in der Lage war? 

Wäre sie die Idealbesetzung im Coaching gewesen, als der neue branchenfremde Geschäftsführer feststellen musste, dass die erträumte Position im Grunde eine Sandwichposition zwischen Gründerfamilie und ausländischem Investor war? Hätte sie den langjährig auf anderem Kontinent lebenden Klienten bei interkulturellen Spannungen unterstützen können? 

Hätte sie den Führungskräften in der Baumaschinenbranche, im Handwerk oder in der produzierenden Industrie mit gut gemeinten Erklärungen zu „Wertekonflikten, intra- und interpersonalen Konflikten“ erreicht? Wie hätte sie strukturelle Konflikte oder anstehende Changemanagement-Prozesse angesprochen? Unabhängig des jeweiligen Bildungsgrads und jeglicher Hierarchieebene habe ich mehr oder weniger wohlwollende Sätze wie ‚“Mädchen, was willste mir damit sagen? Nun sprich mal Klartext mit mir.“, „in meinem geistigen Ohr“. 

Nicht nur sie, sondern auch langjährig erfahrene, „gestandene“ Coaches und Beraterinnen der Altersklasse +/- 60 haben mich schon irritiert mit  Sätzen wie: „Wenn ich wüsste, dass er oder sie neben der bestehenden Partnerschaft ein Verhältnis mit jemand anderes hätte, ich würde ihm/ihr unmissverständlich meine Meinung  sagen, und die Zusammenarbeit sofort beenden!“. 

Hm… Ich bin absolut dafür, als Selbstständige im Einklang mit  meinen eigenen Werten zu leben und dadurch bedingt auch lukrative Aufträge abzulehnen. Doch ist es fair oder realistisch im Coaching-Prozess jemanden aufgrund eigener Moralvorstellungen zu maßregeln, und sobald er/sie sich vertrauensvoll öffnet und Persönliches, vielleicht sogar seine verletzlichsten Seiten offenbart, „vor die Tür zu setzen“? Kann man von vorn herein klare Grenzen setzen? Eine Führungskraft mit großer Verantwortung, langen Arbeitstagen und ggf. zerrüttetem Privatleben wird u. U. zutiefst  Privates oder Intimes preisgeben. Sage ich ihm/ihr dann: „Hören Sie zu, für mich sind Sie ein Ferkel (oder Schlimmeres)! Sie betrügen Ihre Frau/gehen mit der Vertriebsmannschaft und Geschäftskunden in den Puff/verhalten sich Ihren Mitarbeiter m/w/d gegenüber sexistisch! Geben Sie mir Ihr Geld und gehen Sie!“. Hm… 

Ich bin keine Therapeutin. Ich weiß um meine Grenzen. Ich habe einige Situationen als Coach erlebt, in denen ich die gemeinsame Arbeit – vorläufig – beendet habe, weil ich mit jeder weiteren Coachingeinheit meine Kompetenzen auf verantwortungslose Art überschritten hätte. Ich habe dies jedoch behutsam getan und dafür gesorgt, dass die jeweils notwendige therapeutische Begleitung sichergestellt war. Ich bin nicht nur deshalb dankbar, ein umfassendes Netzwerk zu haben, dass sowohl juristische, betriebs- und volkswirtschaftliche sowie therapeutische Bereiche abdeckt. 

Menschliche Schwächen oder ausgewachsene Störungen machen nicht vor Hierarchieebenen Halt. Eheprobleme, Süchte, Ängste, Trauer, Krankheiten, sexuelle Präferenzen und individuelle Lebensformen etc. können jederzeit auch in noch so klar umrissenen berufsbezogenen Settings auftauchen. Damit professionell umgehen zu können, macht m. E. den Unterschied bei der Wahl des Coachs aus. 

Ich habe Jahrzehnte lang in einer festen Beziehung gelebt, habe die Besonderheiten in Trennungssituationen erfahren, kenne Schicksalsschläge durch schwere Krankheiten am eigenen Leibe erlebt oder im engsten Umfeld, Todesfälle, Brände etc. Ich habe über mehrere Jahre eine virtuelle  Schlaganfall-Selbsthilfe-Gruppe für Betroffene und Angehörige mit  mehreren Tausend Mitgliedern co-moderiert, habe wöchentliche Telefonkonferenzen für diesen Personenkreis geleitet. Ich weiß, was es bedeutet, wenn sich das Leben radikal verändert, was Angst vor Intimität und Sex nach einem gesundheitlichen Einschlag und medizinischem Eingriff (z. B. nach Herzinfarkt, Brustoperation, Hodenkrebs) macht. Ich habe den Gesichtsausdruck meines früheren Chefs vor Augen, der mir – doppelt so alt wie ich damals – weinend mitteilte, dass seine geliebte Ehefrau ihn mitsamt der gemeinsamen Kinder wegen einer Affäre mit einem Skilehrer verlassen hat. Ich interessiere mich nicht per se für das Liebes- und Sexualleben meiner Mitmenschen, von meinem Chef wollte ich in dem Alter schon mal gar keine diesbezüglichen Einblicke. Nachdem ich vor einigen Jahren – wiedermal – irritiert zur Kenntnis nehmen musste, dass unabhängig voneinander in kurzer Zeit mehrere äußerlich gelassen wirkende, seriöse Führungskräfte/Geschäftsmänner mir – durchaus höflich – Einladungen für gemeinsamem Besuch in Premium-Swingerclubs zukommen ließen, Männer verzweifeln, weil sie aufgrund ihrer Position im Vertrieb anerkannter Unternehmen zu Nachtclubbesuchen mit Geschäftskunden genötigt werden, Auszubildende in mittelständischen Betrieben harte Drogen konsumieren, Businessfrauen mitteilten, auf welche Art sie sich Call Boys orderten, und andere von ihren leidvollen Begegnungen mit Love Scammern berichteten, schockt mich heute nichts mehr so schnell. 

Ich mache Business-Coaching. Das stimmt. Ich bin keine Zahlen affine Unternehmensberaterin, die Lösungen für jegliche strategischen oder operativen Themengebiete aus der Schublade zieht. Ich bin keine Therapeutin. In erster Linie bin ich Mensch. Mit Stärken und Schwächen. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb sich Menschen mir anvertrauen mögen. Zu jeglichen Themen des (Arbeits-)Lebens. 

Ich bin buchbar.