Im Herbst ist meine Mutter mit Mitte 80 gestorben. Nach langer Krankheit. Vor fünf Jahren wurde mein Patenkind plötzlich aus dem Leben gerissen. Mit Anfang 20. Vor einigen Jahren wäre es fast für mich soweit gewesen. Es sollte noch nicht sein. Ich bat aktuell Jemanden in Übersee, herauszufinden, ob es noch Audioaufnahmen eines lieben Menschen gäbe, weil es den nächsten Angehörigen so kostbar sei – und bewahre drei kurze Nachrichten meiner Mutter auf meinem Büroanrufbeantworter auf… Wann werden wir wirklich erwachsen? Ich bin selbst Mutter… Dieser Tage war ich u. a. im Kontakt mit zwei Menschen, wovon eine/r einen geliebten Menschen durch eine unnatürliche Todesursache verloren, ein anderer einen Nahestehenden vor einem Suizid bewahrt hatte. Gerade gestern las ich, dass ein geschätzter Freund bis zuletzt seiner Mutter zur Seite sein konnte. Ein Geschenk, das auch ich einem geliebten Menschen vor über 10 Jahren machen – oder besser gesagt, dass ich von ihm erhalten durfte. Seit dieser Zeit gehört diese Erfahrung neben den Geburten meiner beiden Kinder und einzelnen anderen Begebenheiten im Leben zu meinen kostbarsten Geschenken. Materielles kann flüchtig sein – wie der massive Gartenzwerg aus 750er/18 Karat Gold, der für mich in jungen Jahren als Einzelstück gefertigt wurde und den ich über viele Jahre am dicken Lederband als Halskette zu jeglichem Anlass und zu jeglicher Kleidung trug. Das Schmuckstück hat einen durchaus hohen materiellen Wert, ohne Frage – der immaterielle war bei weitem höher. 

 

Provozieren. Stellung beziehen. Wann? Wozu? Wer bestimmt das?

 

„Hau doch mal ein provokatives Statement raus!“. Ja, provozieren kann ich, Stellung beziehen. Auch. Vielleicht geben diese sehr persönlichen Einblicke einen Eindruck, warum mir meine Lebenszeit zu kostbar ist, um mich über „Belangloses“ künstlich aufzuregen. Vieles liegt mir am Herzen und ich möchte mich viel mehr/öfter/klarer dazu bekennen und dafür engagieren. Aber auch mein „beschissenes/schönes“ Leben ist, wie es ist. Wenn es um Ungerechtigkeiten geht und/oder ich den Eindruck habe, ganz konkret etwas zum Besseren bewirken zu können, beziehe ich Stellung, proviziere zuweilen und gehe keinem Streitgespräch, keiner Konfrontation aus dem Weg. Aber einfach so, um des Provozierens willen… Das können und tun Andere – in die Riege muss und möchte ich mich nicht einreihen. 

„Die Blume des Abschieds“. Trauer. Negativ? Moment…

 „Irgendwo blüht die Blume des Abschieds und streut  immerfort Blütenstaub, den wir atmen, herüber; auch noch im kommendsten Wind atmen wir Abschied.“

(Rainer Maria Rilke (René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke), 4.12.1875 – 29.12.1926, deutsch-österreichischer Dichter, Auszug des Gedichts „Die Blume des Abschieds“, Sämtliche Werke, Insel-Verlag, 1955.

Ich habe dieser Tage auf Youtube eine meiner Lieblingsrezitationen Rilkes gehört und mich der Trauer hingegeben – und bin kurz darauf zu einem kurzen Spaziergang im Sonnenschein aufgebrochen. Fröhlich schnatternd und lachend, um danach wieder ernsthaft und konzentriert an meinem Schreibtisch weiterzuarbeiten. 

 

Wenn diesem Link  Hier folgen, öffnet sich in einem separaten Fenster das oben erwähnte Youtube-Video, an dem ich keinen Anteil und auf das ich keinen Einfluss habe (LYRIK & MUSIK (nonprofit channel), am 03.01.2014 veröffentlichtes Gedicht von Rainer Maria Rilke / Rezitation: Christa Fast / Komposition, Arrangement und Produktion: Schönherz & Fleer „Rilke Projekt“).

Meine Lebensfreude und mein Lachen können Sie im persönlichen Kontakt erleben. 

 

Denn ich bin „Business-Coach „, Mensch.

 … und für mich gehört es gerade deshalb dazu, Stimmungen aushalten zu können – und sich aktiv wieder anderen zuzuwenden. That’s life.