Ich stelle hin und wieder in bestimmten Kreisen eine spürbare Abwehrhaltung fest, sobald die Antwort nach der beruflichen Tätigkeit „Ich bin Coach.“ lautet.

Zuweilen sprechen Mimik und Körpersprache Bände. Und nicht selten folgt ein Schwall an mitgeteilten Vorurteilen. Mal wird unterstellt, man würde den Mitmenschen auf unlautere Art und Weise Geld aus den Taschen ziehen für Lösungen zu Thematiken, die Jede/r mit gesundem Menschenverstand selbst in den Griff bekommen könnte. Dann wieder kommen Fragen, ob ich denn Psychiaterin oder Psychologin wäre, ob ich auch der Schar der Esoterik-Anhänger angehöre oder zynische Äußerungen, dahingehend, dass ich mein Leben dann ja wunderbar im Griff haben müsse.

Coach mit Fachkompetenzen und Führungserfahrung – sowie Lebenserfahrung als Mensch mit Höhen und Tiefen.  

All dies perlt inzwischen von mir ab. Was hat all das mit mir zu tun, dass ich mir „diesen Schuh anziehen“ oder mich gar rechtfertigen müsste? Was allerdings tatsächlich stimmt, ist die Tatsache, dass zu wenig Menschen wissen, mich welchen Herausforderungen ich mich in meinem eigenen Privat- und Berufsleben als Angestellte wie auch als Selbstständige in der Vergangenheit auseinandergesetzt habe. Wer weiß davon, dass bei mehreren Arbeitgebern Messe- und Promotionsaktivitäten zu meinen regelmäßigen Aufgabengebieten zählten oder dass während meiner Zeit in inhabergeführten Personalberatungen alle englischsprachigen Bewerbungen von mir bearbeitet wurden? Wer weiß von meinem „persönlichen Wirtschaftskrimi“, von „saufenden“ oder depressiven Chefs? Was bedeutet es, wenn man über Jahre deutschen und internationale Kandidaten jeglichen Bildungsgrads und jeglicher Konfessionen im Einzelcoaching zur Seite steht, um individuelle Lösungsansätze zu finden? Bewerbungs- und Karrierecoaching heißt, Bewerbungen zu verfassen und ggf. auf Auswahlverfahren vorzubereiten, oder? Ja, häufig ist das so.  Es gehört – zumindest für mich – genauso dazu, zu ergründen, woran es bisher gescheitert ist, was in früheren Positionen gut oder weniger gut war, was die heutigen Stärken und Schwächen, Wünsche und Hoffnungen sind. Manchmal muss man Jemandem „den Zahn ziehen“, weil sich die Arbeitswelt inzwischen völlig verändert hat oder es in absehbarer Zeit im präferierten Einsatzgebiet tun wird. In anderen Situationen geht es vordergründig um einen neuen Job oder um Mitarbeiterführung, und im Laufe der Zusammenarbeit zeigen sich (früher oder später) ganz andere Themen, die vorher bearbeitet werden sollten. So habe ich in der Vergangenheit in meinen Coachings mit Themen wie Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Mobbing am Arbeitsplatz, Liebeskummer und Beziehungsthemen, schweren Krankheiten und Schicksalsschlägen, drohenden oder vergangenen Haftstrafen, Suizidgedanken und Depressionen, Erfolgen und Misserfolgen, Höhenflügen und krachenden Bauchlandungen zu tun gehabt. Und eben immer wieder mit „typischen“ Themen der Arbeitswelt: Kommunikation und Konflikte am Arbeitsplatz, in allen erdenklichen Facetten und ihren Auswirkungen in den persönlichen Bereich. 

Kommunikation und Konflikte. Das sind die täglichen Themen von Coaches. 

Meinen Klienten gebe ich gerne Einblick in meinen beruflichen Werdegang – und in meine persönlichen Ups & Downs, sofern ausdrücklich gewünscht. Manch Einem hat dies zur Lösung seiner eigenen Themen geholfen.

In geschlossenen Kreisen wurde kürzlich die Frage gestellt, welches aktuell die größte/n Herausforderung/en bei uns selbst sei/en. Ich antwortete darauf relativ offen und weitreichend, da mich selbst immer wieder stört, dass diverse Mitglieder dieser Gruppe – sowie selbsternannte „Supercoaches“ – nach außen alles beschönigen und sich in bestem Licht darstellen möchten, obwohl es offenkundig bzw. durch persönliche Einblicke bekannt, definitiv anders ist.

Bei Feuerwehrleuten kann es zu Bränden im eigenen Wohnhaus kommen. Polizisten oder Juristen kann etwas gestohlen werden oder sie können sich zu Straftaten unterschiedlichen Ausmaßes hinreißen lassen. Ärzte können erkranken oder sich trotz besseren Wissens ungesund verhalten, usw. Wie sollte es da wundern: Coaches können in Berufs- und Privatleben mit unerfreulichen Themen konfrontiert sein, für die es nach und nach Lösungen zu finden gilt. 

Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Und Unterstützung, die zu honorieren ist.

So sieht oder sah es bei mir aus:

Bei mir laufen oder liefen mehrere Veränderungsprozesse parallel ab. Ich zähle sie nachfolgend der Einfachheit halber auf, wobei dies keinesfalls vollständig oder aktuell sein muss. Dies einerseits in der Hoffnung, vielleicht auch nur einem einzigen Mitlesenden damit Mut zu machen oder zu darin zu bestärken, dass wir mit Phasen von Veränderungen nicht allein sind, andererseits im Vertrauen, dass dies als Geschenk und als zu tragende Verantwortung, mit diesen Informationen angemessen umzugehen, gesehen wird:

  • Fortsetzung und Vertiefung des bereits begonnenen strategischen Positionierungsprozesses
  • Auf-/Ausbau mehrerer Standorte als reguläre Arbeitsorte
  • Verbesserung der jeweiligen Sprach- und interkulturellen Kompetenzen
  • Ausbau spezifischer Methodenkompetenzen
  • Fokussierung auf Themenschwerpunkte und Menschen, die mir am Herzen liegen und meinem Wertesystem entsprechen
  • Weitere Abgrenzung von beruflichen Energie- und Knowhow-Vampiren
  • Einfordern von meinem beruflichen Background und meinem persönlichen Engagement angemessenen Honoraren
  • Verantwortung für meine „Generation 90+“
  • Verantwortung für meine Teenager
  • Verantwortung für mich als angehende „Generation 50+“ in allen Angelegenheiten und mit allen Konsequenzen
  • Abwicklung von Formalitäten nach beendeter langjähriger Liebesbeziehung
  • Klarheit über zukünftige Lebenswirklichkeiten (Ort/Land/Umfeld…)
  • Trauerarbeit für persönliche Verluste (Todesfälle, Trennungen diverser Art…)
  • Festigung neuer interner Abläufe und Umsetzung weiterer zukunftswirksamer Maßnahmen
  • Auf- und Ausbau neuer beruflicher Netzwerke und persönlicher Kreise inkl. einer neuen „großen Liebe meines Lebens“
  • Umgang mit Anflügen von Einsamkeit – einem Phänomen, das sowohl Führungskräfte, Alleinlebende als auch „Familienmenschen“ kennen dürften
  • Beseitigung von Staus und Baustellen wirtschaftlicher, organisatorischer oder technischer Art
  • Persönliche Weiterentwicklung als lebenslange Aufgabe
  • Humor als eine meiner Grundhaltungen beibehalten

Ich schob hinterher, dass niemand um mich besorgt sein müsse; nicht alle angerissenen Thematiken befänden sich am Anfang oder am gleichen Punkt des Klärungs- und Lösungsprozesses oder wären in ihrer Intensität gleichwertig einzustufen. Zudem bin ich nicht so vermessen, anzunehmen, ich könne oder müsse alle Themen im Leben alleine lösen. Für manche Aspekte habe ich (honorarpflichtige) Coaches/Mentoren/Berater an meiner Seite, für andere Freunde und Familienangehörige. Allesamt: Menschen mit Herz und Hirn.

Und jetzt?

Vielleicht habe ich Sie mit diesen Einblicken verschreckt oder gar in Ihrer Ansicht, dass Coaches unredliche Menschen mit unlauteren Absichten seien, bestärkt. Mag sein. Ich gehe das Risiko sehenden Auges ein. Vielleicht sind Sie aber  auch zu der Erkenntnis gekommen, dass genau ICH diejenige bin, die Sie oder Ihre Mitarbeiter in Ihren/ihren aktuellen Themen begleiten soll. Sollte letzteres der Fall sein:

Ich bin buchbar. Bei ernsthaftem Interesse an meinen honorarpflichtigen Angeboten schreiben Sie mir gern eine E-Mail an info@ina-reisel.de oder direkt über das Kontaktfeld meiner Website. Ich freue mich auf SIE!